Photonen bilden die kleinsten Einheiten des Lichts und zugleich den Ausgangspunkt dieser Arbeiten, in denen Sichtbarkeit als dynamischer Prozess verstanden wird. Die Werke von Charlotte Wielage interpretieren die klassische Lasurtechnik neu, indem sie alltägliche Materialien wie Klebestreifen und Tusche einsetzen. Durch das Schichten entstehen transparente Farbräume, die an Kirchenfenster erinnern und im Zusammenspiel mit Licht leuchtende Oberflächen und räumliche Tiefen erzeugen. Die Arbeiten bewegen sich dabei zwischen Illusion und Wirklichkeit und machen Farbe als räumliche Erfahrung unmittelbar erfahrbar.
Im Raum entfalten die Arbeiten ihre Wirkung durch ein systematisches Gefüge aus Schichtung, Wiederholung und Variation. Die auf Glas gesetzten Strukturen reagieren auf Licht und Umgebung und erweitern sich in den Raum, wo sie farbige Schatten und Überlagerungen erzeugen. Raum erscheint dabei nicht als feste Gegebenheit, sondern als etwas, das durch Licht kontinuierlich neu entsteht.
In diesem Zusammenspiel von System, Raum und Wahrnehmung wird Licht zum verbindenden Medium. Es strukturiert die Anordnung, aktiviert die Oberfläche und verändert die Sichtbarkeit im Moment des Betrachtens. Photonen markieren dabei den Punkt, an dem Licht, Raum und Wahrnehmung ineinandergreifen und Sichtbarkeit überhaupt erst entsteht.
Gefördert durch die Emsländischen Landschaft
Uhrzeit: Di., Do. + Sa. 14.30 – 17 Uhr, So. 11 – 17 Uhr
Ort: Kunstzentrum Koppelschleuse
Eintritt: frei


